Der Löwe gilt als Symbol für die göttliche Liebe. Christus wurde Löwe von Juda genannt.
Löwe und Greif hüten die Pforten zu den Heiligtümern der Mysterien. Niemand, der nicht reinen Herzens ist, kann an ihnen vorbei. Mächtige Kräfte stehen hinter diesen Tiergestalten.
In der Mysteriensprache symbolisiert der Löwe die Kraft der göttlichen Liebe. Wenn diese mit dem göttlichen Geist, dem Adler, dem König der Lüfte, verbunden ist, bilden beide zusammen den Greif. Sie versinnbildlichen in ihrer Zusammenfügung auch die im Menschen wieder erwachte Geistseele, den Christus.
Als „König der Tiere“ ist der Löwe ein weitverbreitetes Symbol, das vor allem mit dem Licht und der Kraft der Sonne in Verbindung gebracht wurde. Man behauptete, er könne Dämonen vertreiben und schließe niemals die Augen. Das mag der Grund dafür sein, dass man ihn in China und Japan häufig als Tempelwächter darstellte. Auch ägyptische, assyrische und babylonische Tempel werden oft von Löwen-Skulpturen bewacht. In Ägypten begegnet man auch zwei einander den Rücken zukehrenden Löwen, die Aufgang und Untergang der Sonne symbolisieren oder auch Osten und Westen oder Gestern und Morgen.
Löwe, das Symbol der göttlichen Liebe
Der indische Gott Krishna sowie Buddha werden mit Löwen verglichen, und auch die Bibel erwähnt dieses Symboltier mehrfach. Der Stamm Juda zum Beispiel wird dem Löwen gleichgesetzt, und auch Jesus Christus nannte man „den Löwen von Juda“.
Der Löwe verkörpert die göttliche Liebe, die in den drei Gottessöhnen Krishna, Buddha und Jesus Gestalt angenommen hat. Diese universelle Liebe, die auch tief im Innersten des Menschen anwesend ist, bildet den Schlüssel zu den Mysterien. Es ist die Liebeskraft des Sonnengeistes, dargestellt als der Löwe mit der Sonnenscheibe.
Geheimnisvolles Dreieck der Gnostiker
In „Die Alchimische Hochzeit des Christian Rosenkreuz“ wird das Dreieck erwähnt, das die magische Zahl Drei symbolisiert. Die Zahl Eins weist auf die Schöpfung hin, die Zwei auf die Dualität und die Drei auf die Vollendung. Dieses Dreieck, welches die Gnostiker „Trigonum Igneum“ nannten, wird in der Bildersprache der Alchimischen Hochzeit von Einhorn (Wille), Löwe (Liebe) und Taube (Heiliger Geist) geformt, wobei der Löwe als die universelle göttliche Liebe die Basis bildet.
Christian Rosenkreuz berichtet von einer weißen Taube, die sich mit einem Ölzweig im Schnabel nähert. Das kann jedoch erst geschehen, wenn sich Löwe und Einhorn in einem sehr speziellen Zustand befinden, das heißt, wenn Liebe und Wille anwesend und wirksam sind. Der Löwe verschlingt den Ölzweig und „macht einen sehr zufriedenen Eindruck“.
Dreiklang aus Liebe, Wille und Tat
Man kann dies so interpretieren: Die Liebe verschlingt die geistige Nahrung aus der göttlichen Welt und verbindet sich auf diese Weise körperlich mit dem Heiligen Geist. Erst so kann die Botschaft verstanden und dann durch die Tat verwirklicht werden. Die Taube ist die Mittlerin bei der Ausführung dieses Auftrags, aber sie braucht dazu das Einhorn und den Löwen, den unerschütterlichen Willen und die Liebe, die mit der reinen Tat verbunden ist. So bedeutet das Verschlingen des Ölzweiges die bereitwillige Annahme der geistigen Kräfte durch die Liebestat des Menschen.
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